Ein Mann, mittleren Alters, nahm sich täglich Zeit an den Strand zu gehen, die Atmosphäre zu genießen und seine geliebten Vögel zu beobachten. Sie waren auf ihn angewiesen, da er sie jedes Mal fütterte und er eine besondere Bindung zu ihnen hatte. Die Vögel bedeuteten ihm mehr als sein eigenes Wohl. Sie warteten jede Sekunde sehnsüchtig auf seine Rückkehr und flatterten in heller Aufregung auf ihn zu, um ihn zu begrüßen, wenn er wieder kam.
Da sein einziger Lebenssinn die Vögel
waren, merkte er nicht, dass er schwer krank wurde. Nach einiger Zeit
war es so schlimm, dass er einen Zusammenbruch hatte. An diesem Punkt
realisierte er erst, wie krank er wirklich war. Daraufhin lies er
sich schweren Herzens in eine Klinik einweisen, um Genesung zu
erlangen. In dieser stellte man fest, dass er einen angeborenen
Herzfehler besaß, welcher durch den Zusammenbruch ausgeprägter
wurde.
Sein Zustand verschlechterte sich
zunehmend, denn er hatte keine Möglichkeiten, seine geliebten Vögel
zu besuchen und sich um sie zu kümmern. Ab und zu brach er aus, um
sie zu besuchen. Jedoch ging es ihnen von Mal zu Mal schlechter, was
seine Genesung auch nicht unterstützte. Er wurde immer schwächer
und konnte erst nach mehreren Jahren zu seinen Vögeln zurückkehren.
An diesem Tag endete alles. Er konnte seinen Augen nicht trauen. Er
wusste nicht, wie ihm geschah. Wo einst der Strand war, erstreckte
sich nun ein endlos graues und tristes Industriegebiet. Wie in Trance
machte er sich auf die Suche nach seinen geliebten Vögeln, doch
alles, was er fand, war eine Feder bedeckt von Staub. Er drückte sie
an sein lebloses, faltiges Gesicht, das die grausamen Züge des
Lebens widerspiegelte. Die Feder, fest an sich gedrückt, stieß er
seine letzten Atemzüge aus, mit dem Gedanken, war ich gut zu Vögeln?