Der Vogelmann



Ich sitze hier, wie immer. Alleine. Mein Kopf ist leer, wie immer. Nur in meinem Körper breitet sich eine starke Unruhe aus .Aber warum? Meine Umgebung ist viel zu schön, um sie nicht genießen zu können. Der weiche Sand der Dünen, auf denen ich immer wieder meinen Platz wechsele. Das Wasser des Meeres, das den Strand hinauf und hinunter fließt. Und so sitz ich hier Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Doch auf das alles hier kann ich mich nicht einlassen. Denn die Unruhe bedrückt mich. Vor vielen Jahren lernte ich hier eine Frau kennen, die Liebe meines Lebens. Sie war wunderschön und hinreißend. Wir liebten uns bis zum Ende ihrer Tage, denn sie war schwer krank. Sie liebte Vögel, deshalb kehrte ich immer wieder an diesen Ort zurück, um alte Erinnerungen einzuholen und meine damalige Liebe im aufwirbelnden Sand zu sehen oder sie in den rauschenden Wellen zu hören. Deshalb trage ich die Vögel auch immer bei mir, um ständig was von ihrem Charakter und ihrer Seele zu spüren. Ich pflege sie auch äußerst ordentlich und trage immer einen Beutel voller Vogelfutter bei mir, damit es ihnen gut geht und sie sich wohlfühlen. So sitze ich immer noch hier, alleine, immer in der Hoffnung meine große Liebe wieder zu finden, obwohl ich weiß, dass sie unauffindbar ist.