Der Vogelmann


Ich saß auf der Düne am Strand, wie ich es jeden Mittwoch tue.
Ich hatte meine Vögel dabei. Sie waren mittlerweile so zahm,
dass ich keine Angst haben muss, dass sie das Weite suchen,
wenn ich die Tür zu ihrem Käfig öffne.
Das Tuch, welches ich zum Abdecken des Käfigs und zum Schutz meinerselbst vor Wind verwende, hängt über den Käfig und an meinen Beinen herunter.
Ab und zu fliegt einer meiner Vögel eine Runde, um mir die Umgebung zu zeigen.
Ich sehe, was sie sehen.
Sie sind mein zweites Paar Augen und Ohren.
Ich sitze hier und sehe die Menschen, die mich ansehen, als wäre ich nicht von dieser Welt.
Und manchmal denke ich, dass sie recht haben könnten. Ihre Angewohnheiten und die Sprache der Menschen, sie sind mir suspekt.
Jedes mal, wenn meine Vögel in ihrem Käfig sind, fühle ich mich, wie ich mich immer fühlte.
In mir selbst eingeschlossen, in mich gekehrt, für andere unerreichbar.
Wenn die Tür des Käfigs offen steht, fühle ich mich besser.
Ich fühle mich wohl, dort am Strand auf der Düne, mit geöffneter Käfigtür
Ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen, muss mich nicht anpassen.
Hier auf der Düne, umgeben von Sand, der frischen, salzigen Luft des Meeres und dem Licht, das durch die Augen meiner Vögel scheint.
Hier, auf dieser Düne, hier lebe ich.